Georg-von-Vollmar-Akademie e.V.

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70 Jahre Georg-von-Vollmar-Akademie e.V.

28.06.2018

Die Grundsteinlegung des „Schlösschens“ auf dem Aspenstein erfolgte vor fast 350 Jahren im Jahr 1693 durch die Mönche des nahegelegenen Klosters in Benediktbeuern, die das Haus als Erholungsheim nutzten. Im Zuge der Säkularisation in Bayern unter Napoleon im Jahr 1806 ging das „Schlösschen“ für kurze Zeit in Staatsbesitz, wurde aber schon nach wenigen Jahren in private Hände verkauft.

Abb. zu Artikel 70 Jahre Georg-von-Vollmar-Akademie e.V.

Verschiedene Besitzer folgten. Am längsten, nämlich genau 100 Jahre von 1836 bis 1936, befand sich das Haus im Besitz der jüdischen Familie Dessauer und wurde als Salon zu einem beliebten Treffpunkt von Künstlern und wohlhabenden Kunstliebhabern aus den „höheren Kreisen“ des Bürgertums.
In der Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft befand sich das „Schlösschen“ in Besitz des Reichsjugendführers Baldur von Schirach und seiner Familie. Adolf Hitler schenkte ihm zum Einzug auf den Aspenstein ein Replikat seines berühmten Globusses, welcher sich noch heute im Besitz der Georg-von-Vollmar-Akademie e.V. befindet. Baldur von Schirach wurde 1949 für seine Tätigkeit als NS-Gauleiter, Statthalter in Wien und Gründer der Hitlerjugend zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Anschließend machte der Kommandant der 10. US-Panzerdivision das Haus nach dem Krieg zu seinem Hauptquartier.
Die Nachkriegsgeschichte des Hauses ist untrennbar auch ein Teil der Geschichte der bayerischen Sozialdemokratie nach 1945. Viele SozialdemokratInnen mussten während der NS-Diktatur aus Deutschland flüchten, kehrten aber in der „Stunde Null“ aus dem Exil zurück. Einer von ihnen war Waldemar von Knoeringen, der während des Krieges bereits im Londoner Exil für politische Bildung und Demokratie in Deutschland gearbeitet hatte. Um die Lücke, die Terror und Verfolgung in die Reihen der sozialdemokratischen ArbeiterInnen gerissen hatten, zu schließen, entstand unter der Regie des späteren Vorsitzenden der bayerischen SPD im Jahre 1948 die „Georg-von-Vollmar-Schule“.
Benannt wurde die neue Bildungsstätte nach dem Gründer der bayerischen Sozialdemokratie, Georg von-Vollmar, der zuletzt bis zu seinem Tode im Jahr 1922 nur einen Steinwurf entfernt am Walchensee gelebt hatte.
Wenn auch als Parteischule gegründet, sollte das Haus unter der Leitung von Knoeringens zu einer Begegnungsstätte des „offenen Bürgerdialogs“ werden. Demokratie wurde in Kochel „lebendig“ erlebbar.
1968 wurde aus der Parteischule eine Akademie in Form eines gemeinnützigen, überparteilichen Vereines, die sich aber nach wie vor den Grundwerten der sozialen Demokratie verbunden fühlt. Noch immer sollen in Kochel Denkanstöße für das politisch-soziale Handeln in unserer Gesellschaft gegeben werden.
Bis heute werden in Kochel und ganz Bayern Seminare und Tagungen zu allen gesellschaftspolitisch relevanten Themengebieten angeboten.
Im Jahr 2018 feiert die Georg-von-Vollmar-Akademie ihr 70jähriges Bestehen. Aus dem kleinen Mönch-Schlösschen hat sich nach und nach eine moderne Tagungsstätte entwickelt.
In all der Zeit des Wandels und der bewegenden Geschichte ist jedoch eines immer gleich geblieben: Der traumhafte Blick auf den Kochelsee und die Voralpen.

URL: https://www.vollmar-akademie.de/

Locationdaten

Räume: 5

Raumgrößen: 25 - 150 qm

Kapazität: 70 Pers.

Catering: gebunden

Eigene Logismöglichkeit:
41 Zimmer

Hotelkapazität im Umkreis von:
1 km: 40 Zimmer

Kontakt

Georg-von-Vollmar-Akademie e.V.
Am Aspensteinbichl 9 - 11
82431 Kochel am See

Tel. +49-(0)88 51/78-0
Fax +49-(0)88 51/78 23
Email
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